Bericht

über die Fachkonferenz »Das Lieferkettengesetz Perspektiven und Diskussionen zur Umsetzung in Bremen und umzu« am 16. September 2021

Die Fachkonferenz zum Lieferkettensorgfaltspflichengesetz am 16. September 2021 fand in den Räumen des Martinsclubs in der Bremer Neustadt statt. Dem BeN-Team und den Gästen war die Freude anzuspüren, wieder in Präsenz an einer Veranstaltung teilnehmen zu können.

 

Staatsrat Kai Stührenberg machte den Aufschlag und erklärte, dass die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa bei der Umsetzung des neuen Gesetzes kooperationsbereit sei und dass die Thematik als wichtig erachtet würde. Anschließend kam Bror Giesenbauer zu Wort. In seinem Vortrag ging es um die Vorzüge von Kooperation im Vergleich zu Wettbewerb. Es gebe viele neue Modelle des Wirtschaftens und Unternehmertums. Kooperation sei zunehmend ein Thema und der Fokus sei mehr und mehr auf die Mitarbeitenden bzw. Produzent*innen gerichtet. Sabine Peters-Halfbrodt, die als Beraterin beim Helpdesk Wirtschaft und Menschrechte tätig ist, stellte die Hilfestellungen vor, die der Helpdesk zur Umsetzung der Anforderungen anbietet, wie z.B. den KMU-Kompass. Sie betonte, dass Netzwerk-Arbeit unerlässlich sei, um voneinander zu lernen. Hier gebe es schon viele Positiv-Beispiele.

 

Nach der Mittagspause ging es mit Workshops zu Praxisbeispielen Bremer Unternehmen weiter. Die Firmen Sonnentracht GmbH, IGEL Technology GmbH und Cha Dô stellten ihre Konzepte zur Umsetzung menschenrechtlicher Sorgfaltspflicht vor. Anschließend gab es die Gelegenheit zum gegenseitigen Austausch.

 

Einigkeit herrschte darüber, dass die Kompetenzen – entgegen landläufiger Meinung – nicht nur im globalen Norden, sondern oft und besonders bei den Produzent*innen im Globalen Süden liegen. Es wurde für sinnvoll erachtet, sie als Expert*innen einzubeziehen. Außerdem sei es wichtig, den Blick auch auf die lokale Produktion in Deutschland zu richten, denn auch hier fänden Menschenrechtsverstöße statt.  Der Fokus solle auf Firmen gerichtet werden, die das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz bereits umsetzten, damit diese als Vorbild für die Verbraucher*innen agieren. Bildungs- und Informationsarbeit müsse geleistet werden und die Politik solle alle Beteiligten – auch die Zivilgesellschaft und die Konsument*innen – in den Prozess einbeziehen.

 

Moderiert wurde der Tag von Nadine Portillo. Kerstin Meier hielt mit Graphic Recording die Inhalte der Vorträge stichpunktartig, übersichtlich und ansprechend auf großen Postern fest.

 

Das vollständige Programm finden Sie hier.

 

Eine Dokumentation der Fachkonferenz finden Sie hier.

 

Bei Fragen können Sie sich an Johanna Zschornack wenden: johanna.zschornack@ben-bremen.de