Highlights 2020

Dezember 2020

Jep -Weihnachtskalender: nachhaltig*konsumkritisch*vergnügt

Trotz eingeschränkter Möglichkeiten durch die Covid19-Pandemie wollten wir den Konsumrausch in der Weihnachtszeit nicht unkommentiert lassen. Unter dem Motto »nachhaltig*konsumkritisch*vergnügt« sammelten wir deshalb vielfältige Ideen, mit denen wir jeden Tag mit einem Post zum kritischen Nachdenken über die Welt und zum selber (Nach-)Machen statt Kaufen beitrugen.

November 2020

Offenes Forum Entwicklungszusammenarbeit

Mitarbeit an der Weiterentwicklung der entwicklungspolitischen Leitlinien der Senatskanzlei

Im Herbst 2020 erhielt das Jep eine Einladung der Senatskanzlei zur Mitarbeit an der Weiterentwicklung ihrer entwicklungspolitischen Leitlinien. Im Rahmen eines Offenen Forums gingen wir während der Auftaktveranstaltung der allgemeineren Frage nach realen Auswirkungen von Engagement – Output, Outcome, Impact – nach. Im Verlauf widmeten wir uns in einem vom Jep gestalteten Workshop schließlich der konkreten Frage, wie junge Menschen in ihrem globalen Engagement in Bremen stärker angesprochen und gefördert werden können. In Kleingruppen wurden dafür „gute“ Rahmenbedingungen, Möglichkeiten der realen Umsetzung politischer Forderungen sowie Ideen zur besseren Einbindung von Schüler*innen rege diskutiert. Die Ergebnisse sollen in die zukünftige Ausgestaltung der entwicklungspolitischenLeitlinien für Bremen einfließen.

November 2020

Bremen mal anders? Bremen gesellschaftskritisch!

Kritische Fahrradrallye durch die Stadt

Im Oktober, kurz vor Semesterstart, organisierten wir eine kritische Fahrradrallye durch Bremen. Gemeinsam erkundeten wir auf unseren Rädern Orte, an denen sich spannende gesellschaftspolitische Ereignisse abspiel(t)en – ob zu feministischen, umwelt- und klimapolitischen, (post-) kolonialen oder antimilitaristischen Themen. Denn Bremen ist eine Stadt, die von sozialpolitischen Kämpfen geprägt ist und in der nach wie vor gesellschaftspolitische Auseinandersetzungen stattfinden, um ein schönes und gutes Leben für Alle* zu erstreiten. In mehreren Kleingruppen passierten wir verschiedene Stationen in Schwachhausen, der Innenstadt, dem Viertel und derNeustadt. An jeder Station erwartete uns dabei nicht nur nützliches Wissen, sondern stets auch eine kleine Challenge. Mit viel Spaß, Aktivismus und spannenden Diskussionen auf dem Rad verging der Tag wie im Flug und endete schließlich im Stadtgartenprojekt Ab geht die Lucie und der KlimaWerkStadt.

September 2020

Aktivismus für EINE Welt. Bildungsfahrt nach Berlin

2020 stand für das Jep endlich einmal wieder eine Exkursion nach Berlin an. Als Motto wählten wir „Aktivismus für EINEWelt“. Wir nahmen uns vor, uns die aktivistische Seite verschiedener Gruppen und Initiativen genauer anzusehen, um ausgehend von massiven globalen Ungleichverhältnissen eine Brücke zum lokalen Handeln in verschiedenen Lebensbereichen und alltagsnahen Themenfeldern zu schlagen. Uns interessierte, was für sie eine solidarische und gerechte Welt bedeutet? Mit welchenThemen sie sich deshalb beschäftigen, was ihre Ideen und Ziele sind und auf welche Hindernisse und Hürden sie in ihrem Engagement stoßen. Voller Optimismus machten wir uns auf den Weg.

 

Direkt nach unserer Ankunft nahmen wir am dortigen, von Fridays For Futureorganisierten Globalen Klimastreik teilzunehmen. Unter dem Slogan #KeinGradWeiterholte der Streik auch diesmal ein breites Bündnis an Menschen auf die Straße. Nachmittags besuchten wir den Nachbarschaftsgarten und Lernort FriedaSüd, um dasProjekt 2000m²/Weltacker(https://www.2000m2.eu/) kennenzulernen. Das Projekt stellt anschaulich dar, welcher Anteil vom weltweiten Ackerland jeden Menschen auf der Welt zusteht, um sich zu ernähren, zu kleiden und mobil zu sein.

 

Der Samstag drehte sich um das koloniale Erbe Deutschlands und damit verbundene  Ausschlussprozesse Schwarzer Menschen. Mit einer Vertreterin von Decolonize Berlin (https://decolonize-berlin.de/) und den Aktivisten Mnyaka Sururu Mboro von BerlinPostkolonial(https://www.berlin-postkolonial.de/) trafen wir uns zu einer Führung durch die M*Straße, für deren Umbenennung sich seit 1992 (!) SchwarzeAktivist*innen stark machen. Im Anschluss setzten wir uns zum ausführlichenGespräch zusammen und erfuhren von zähen Kämpfen gegen koloniale undrassistische Strukturen in Berlin.

 

Diese und weitere inhaltlichen Programmpunkte, die die Vielfalt des Engagements in einer global gedachten Welt aufzeigten – von Klima, Ernährung und Konsum, dieBewältigung kolonialer Spuren und Rassismus über lokale Verdrängungsprozesse und sozialer Ungleichheiten, alternatives Wirtschaften bis zur Auseinandersetzung mit der eigenen, individuellen Handlungsfähigkeit – trugen zum großen Erfolg unserer Bildungsfahrt bei.

 

Gedanken einiger Teilnehmer*innen findest Du auch hier: https://bremerjugendring.de/losgedacht-nele-lotta-mo-meinen-zu-aktivismus-fuer-eine-welt/

 

Juni 2020

Auftanken & Durchstarten. Planungswochenende in Barnstorf

Anfang Juli gönnten wir uns als Jepeine Auszeit. Im Eine-Welt-Haus Barnstorf/Niedersachsen fanden wir dafür einen geeigneten Rückzugsort. Nach dem langen Lockdown aufgrund der fortwährenden Corona-Pandemie im Frühjahr und den nur langsam einsetzenden Lockerungen der Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens, gab uns das Planungswochenende Anlass, endlich einmal wieder zusammen zukommen. Das gemeinsame Miteinander und den sozialen Kontakt untereinander genossen wir sehr. Neben dem ein oder anderen privaten Geschwätz, Anekdoten aus dem Alltag, einem ausgelassenen Spielabend, Stockbrot am Feuer und langen Spaziergängen nutzten wir das Wochenende zur gemeinsamen Reflexion der ersten Jahreshälfte. Auch tauschten wir unsere Visionen einer gerechten Welt, ersponnen gesellschaftspolitische Utopien und verloren uns dabei viel zu oft in politischen Diskussionen. Angesichts des über das gesamte Wochenende stattfindenden positiven, kreativen Gruppenprozesses schöpften viele von uns wieder neue Motivation, sodass wir mit vielen Ideen und neuen Plänen im Gepäck zurückfuhren.

Klassismus ist keine Kunstepoche. Einführungsworkshop zu Klassismus

Klassismus bleibt oft unsichtbar und somit unbenannt. Klassistische Vorurteile sind wie andere menschenverachtende Einstellungen tief in der Gesellschaft verankert und werden häufig selbst von den Betroffenen angenommen. Die Diskriminierungsform durchzieht Bildungsinstitutionen wie Schule von Grund auf. Gerade ehrenamtliches Engagement, egal ob mit Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen, erfordert viel Sensibilität und Reflexion hinsichtlich klassistischer Strukturen und Betroffenheiten.

 

In einem gemeinsamen Workshop haben wir zuerst unsere persönlichen Erfahrungen und Positionen ausgetauscht und diskutiert. Im zweiten Teil widmeten wir uns explizit der Frage nach Klassismus im entwicklungspolitischen Diskurs, um auch dort zukünftig Klassismus und seine Verschränkung mit anderen Diskriminierungsformen erkennen, benennen, verstehen und letztlich praktisch begegnen zu können.

April 2020

Fight against Hate Speech! Online-Training gegen Hass im Netz

Mit dem Voranschreiten der Corona-Pandemie ist die Empfänglichkeit für Fake News und Verschwörungstheorien auch in Bremen gestiegen und das Thema in unserem Alltag beunruhigend aktuell geworden. Um dem Ganzen jedoch nicht völlig sprachlos gegenüber zu stehen, nahm das Jep im Frühjahr an einem Online-Training gegen Hass im Netz mit Fokus auf Verschwörungserzählungen teil. Das Training zielte darauf ab, Hemmschwellen abzubauen und Handlungsempfehlungen zu geben, um selbst aktiv im weltweiten Web gegen Hass und Diskriminierung vorgehen zu können. Wir konnten dabei nicht nur auf digitaler Ebene Möglichkeiten des Engagements kennenlernen und umsetzen, sondern bekamen auch für das „reale“ Leben ein gutes argumentatives Rüstzeug mit.